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Bedrohte Tierwelt neben Naturoasen

Auch Bilder von noch heilen Naturoasen malt Ingeborg Müller (links im Bild), wie hier Eindrücke von der Insel Usedom. Die Künstlerin im Gespräch mit Besuchern ihrer Vernissage.

Werke in Acryl zum Thema Umwelt stellt Ingeborg Müller aus Ehningen im "Sennhof am Schloss" aus. Gerade an diesem Ort und seiner Umgebung, wo die Welt noch in Ordnung ist, habe es sie gedrängt, Bilder auszustellen, welche die Bedrohung der Natur zum Thema haben, sagte die Künstlerin auf ihrer Vernissage. Erschreckend sei, wie viele Tierarten tagtäglich aussterben. Aber ebenso male sie Bilder mit idyllischen Oasen, wie man sie an Orten wie diesem noch finden könne.

Auf den Bildern der Künstlerin aus Ehningen taucht immer wieder das Motiv des Schwans auf. Ihre Nähe zum Menschen habe den Schwänen zu einem bedeutenden Platz in Mythologie und Kunst verholfen, heißt es in einem Begleittext zur Ausstellung. In Alteuropa zählten die Singschwäne aufgrund ihrer Schönheit und ihres eigenartigen Gesanges - zuweilen als Sterbegesang gedeutet - zu den heiligen Tieren.

Auf dem Bild "Trudeln" befindet sich im Vordergrund ein dahingeraffter Schwan. Das in kaltem Gelb, Schwarz und Rot gehaltene Bild vermittelt Schmerz, Verletzung, Todeskampf. Auf einem anderen Bild wird die Bedrohung, die über einer eng zusammengerückten Schwanenfamilie schwebt, durch einen düsteren Raubvogel symbolisiert. Im Bild "Vertreibung" möchte Müller nach eigenen Worten durch die schwarzen Raben auf orangerotem Grund die Bedrohung der Vögel durch den Menschen darstellen. Auch ein pinkfarbener Vogel trällert sein "letztes Lied" vor einer unnatürlich farbiggrellen und schwarzen Naturkulisse. "Da will die Künstlerin wohl eine gewisse Untergangsstimmung ausdrücken", lautete der Kommentar eines Betrachters bei der Vernissage.

Dass es auch anders geht, zeigt das Traumbild "In my dreams", auf welchem ein majestätisch wirkender Schwan kombiniert wird mit luftig blauer Taftgardine und roten Kirschen sowie einer idyllischen Szene mit einem Paar im Fischerboot in der Dämmerung. Etwas aus dem Rahmen fällt das Bild mit dem Titel "Auf der Suche nach der Wahrheit". Auf ihm zu sehen ist eine Frau mit dem Kopf in den Wolken, die aufs Meer schauend dem Betrachter den Rücken zukehrt. Sie habe das Bild nach der Aussage einer Schweizer Philosophin gemalt, erklärte Müller. Die Frau habe in einer Fernsehsendung gesagt, man könne die Wahrheit auf der Erde nur so sehen: mit den Füßen im Schlamm und mit dem Kopf in den Wolken.

Die Künstlerin Ingeborg Müller wählt für ihre Malerei überwiegend das quadratische Format. Sie begründet es damit, dass das Quadrat eine geschlossene Form sei, die die ganze Welt in sich zu vereinen scheine. Das Quadrat sei Zeichen des Absoluten, Unendlichen, Kosmischen. Müller arbeitete als technische Zeichnerin und ist seit 1980 künstlerisch aktiv. Sie studierte an der Freien Kunstschule Böblingen. Viele Einzel- und Gruppenausstellung begleiteten ihren künstlerischen Weg.
Cornelia Hoyer

 
© 2011 Ingeborg Müller